100% Qualitätssicherung in Automobil-Logistik

  • 15. November 2018
  • Kunde
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Headquarter Jerich International in Gleisdorf

Qualität hat oberste Priorität.

Im Zeitalter der Digitalisierung stehen Unternehmen im permanenten Spannungsfeld zwischen Qualität, Performance und Kosten. Jerich International investiert in die Zukunft und wertet seine Kommissionier-Arbeitsplätze mit innovativer Bildverarbeitungstechnologie von ivii auf – immer mit dem Fokus Mensch. Im Gespräch mit Herbert Jerich Jr., Juliane Jerich und Wolfgang Ferk über Qualitätssicherung in der Automobil-Logistik.

Jerich International und die KNAPP-Gruppe, zu der ivii gehört, sind beides international tätige Familienunternehmen. Welche Gemeinsamkeiten vereinen die beiden Unternehmen?

Herbert Jerich: Beide Unternehmen streben nach optimalen Logistiklösungen. Jerich International im Bereich der Supply-Chain und KNAPP bezogen auf maßgeschneiderte Lagerlogistik-Lösungen.

Wolfgang Ferk: Der offene, herzliche und familiäre Umgang mit allen Mitarbeitern hat bei KNAPP und bei Jerich einen sehr hohen Stellenwert. Beide setzen intensiv auf Nachhaltigkeit und stark auf Innovation in ihren Fachgebieten.

Jerich International über Qualitätssicherung in der Automobil-Logistik.
v.l.n.r.: Wolfgagn Ferk, Juliane Jerich und Herbert Jerich über Qualitätssicherung in der Automobil-Logistik.

Stichwort Innovation: ivii hat sich innerhalb der KNAPP-Gruppe auf Bildverarbeitung spezialisiert. Warum ist diese Technologie für Jerich interessant?

H. Jerich: Qualität hat für uns oberste Priorität. Wir sind OEM-Zulieferer und unsere Mitarbeiter in der Qualitätssicherung prüfen 8 Stunden am Tag im 6-Augen-Prinzip die Karosserieteile. Eine kurze Konzentrationsschwäche, Müdigkeit oder Ablenkung kann zu Fehlern führen. 3 Fehler dürfen unseren Mitarbeitern pro Kunde im Jahr passieren – und das bei 100.000 Teilen pro Jahr – sonst verlieren wir den wichtigen Status als A-Lieferant. Im schlimmsten Fall sogar die Zulassung als Lieferant. Als Fehler gilt dabei ein falsches Karosserieteil, aber auch ein überklebter Barcode ist ein Fehler. Um diese hohen Anforderungen an Qualität zu erfüllen und unsere Mitarbeiter zu entlasten, waren wir auf der Suche nach einem System, das dem menschlichen Auge am ähnlichsten ist – einem digitalen Auge. So sind wir auf ein Bildverarbeitungssystem von ivii gekommen.

Hohe Qualitätsanforderungen und Entlastung der Mitarbeiter standen im Fokus des Projektes: Wie ist ivii an die Aufgabenstellung herangegangen? 

W. Ferk: Wir haben in mehreren Stufen partnerschaftlich ein Konzept erarbeitet. Die Lösung war ein Arbeitstisch im Bereich des Warenausgangs, der mithilfe unseres ivii-Systems intelligent wird. Aktuell testet Jerich bereits einen Prototypen dieses ivii.smartdesk. Danach folgt eine Optimierungsphase, in der alle Abläufe klar definiert werden, wir die Bilderkennung schärfen sowie den Fokus auf Ergonomie und Design setzen.

 Welche Erkenntnisse haben sich bis jetzt durch den Einsatz des ivii.smartdesks gezeigt?

Juliane Jerich: Für die Prozessoptimierung ist es ein deutlicher Fortschritt. Wir konnten nun von einem 6-Augen Prinzip auf ein 2-Augen-Prinzip reduzieren. Der Arbeitsfokus der Mitarbeiter legt sich auf andere Tätigkeiten im Prozess, für welche davor keine Ressourcen zur Verfügung standen. Optisch sieht der Tisch großartig aus! Es motiviert unsere Mitarbeiter, mit neuesten Technologien arbeiten zu können.  Außerdem können wir mit diesem Technologievorsprung zusätzliche Kundenaufträge gewinnen: die Qualität, die durch das System gegeben ist, gibt unseren Kunden 100% Sicherheit.

Thema Mensch und Automatisierung: Sehen Ihre Mitarbeiter das System als Überwachung oder als Unterstützung?

J. Jerich: Unsere Mitarbeiter waren zuerst etwas skeptisch in Bezug auf die Kameras. Aber diese Sorge hat sich schnell gelegt, sobald sie gemerkt haben, dass das System eine Unterstützung ist. Die neuen Tätigkeitsfelder motivieren unsere Mitarbeiter sehr. Der Kommissionierer muss die Teile in der richtigen Position auf den Arbeitsplatz legen und das System richtig bedienen sowie neue Teile in das Sortiment aufnehmen und einlernen. Ohne die Bedienung des Menschen wäre das System wertlos.

Ein Blick in die Zukunft: Was erwarten Sie sich für den Endausbau der Lösung?

H. Jerich: Ich möchte Innovationsvorreiter eines modernen Lagers der Zukunft sein, welches die Automatisierungsindustrie davor noch nie hatte. Hierfür wurde investiert: Wir bauen nächstes Jahr ein 15.000 m2 großes Lager, wo innovative Arbeitsplätze und Roboter unsere Mitarbeiter unterstützen. Hier kann ich meinen Kunden zeigen wie zukunftsorientiert wir heute schon arbeiten. Mit KNAPP und ivii habe ich einen kompetenten Partner gefunden, mit dem ich diese Ziele umsetzen kann.

"Die neuen Tätigkeitsfelder motivieren unsere Mitarbeiter sehr.", Juliane Jerich
"Die neuen Tätigkeitsfelder motivieren unsere Mitarbeiter sehr.", Juliane Jerich
"Mit dem neuen System möchten wir unsere Mitarbeiter entlasten.", Herbert Jerich Junior
"Mit dem neuen System möchten wir unsere Mitarbeiter entlasten.", Herbert Jerich Junior

Thema Arbeitsplatzgestaltung der Zukunft. Wie kann so ein Arbeitsplatz der Zukunft der ivii aussehen? Welche Branchen können hier besonders profitieren? 

W. Ferk: Unabhängig von Branche und Technologie, geht es am Ende des Tages um die Optimierung vom Tagesablauf. Der Mitarbeiter wird durch Technologien unterstützt, ist aber dennoch die ausführende Kraft. Es gibt keinen besseren Arbeiter als den Menschen, und wieso sollte man den Menschen nicht von schweren Hebeaufgaben befreien, mit Robotern unterstützen und ihm stattdessen andere Aufgaben zuteilen?

Mit den Bildverarbeitungssystemen von ivii bieten wir Mitarbeitern einen ergonomischen Arbeitsplatz, wo körperliche Anstrengung durch den Einsatz von intelligenter Bildverarbeitungslösungen vermindert wird. Vor allem die Qualitätsansprüche im Bereich Distribution und Automation sinken nicht, im Gegenteil! Und genau deshalb gibt es die technologische Unterstützung für den Mitarbeiter. Roboter und Mensch arbeiten nicht gegeneinander, sondern Hand in Hand, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Gamification gilt als einer der Trends in der Arbeitsplatzgestaltung der Zukunft. Welchen Stellenwert kann Gamification haben, um Mitarbeiter in ihrer Arbeit zu motivieren?

W. Ferk: Gamification ist ein Trend, welcher vor allem bei der Arbeitsplatzgestaltung bei einem unserer Kunden in Amerika berücksichtigt ist. Der spielerische Ansatz lockert den Arbeitsalltag auf.

Wie motiviert Jerich International seine Mitarbeiter?

H. Jerich: Der spielerischer Ansatz im Produktionsbereich ist bei uns nicht allzu groß, aber die neue Verantwortung, die die Mitarbeiter mit dem ivii.smartdesk haben, motiviert sie. Ein spielerischer Ansatz muss meiner Meinung nach nicht bei der Arbeit sein. Dennoch muss die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter hochgehalten werden. Dafür gibt es Veranstaltungen, Team-Buildings und Kunden-Events wodurch wir unsere Mitarbeiter motivieren.

J. Jerich: Am Ende des Tages hängt unsere Qualität von unseren Mitarbeitern ab. Wir sind abhängig von der Leistung unserer Mitarbeiter und deshalb soll es ihnen gut gehen. Das Betriebsklima ist auch wichtig für die Bereitschaft der Mitarbeiter, denn wenn der Hut mal brennt und ein Mitarbeiter länger bleiben muss, ist das kein Problem. Wertschätzung und Teamwork sind wichtige Bestandteile, die uns als Familienunternehmen auszeichnen. Auch die Kommunikation auf Augenhöhe ist von sehr großer Wertigkeit.

Wieso ist die Bildverarbeitung ein Trendthema der Zukunft? 

W. Ferk: Im Bereich der Automatisierung und im Intralogistik-Bereich wird Bildverarbeitung immer relevanter. Wir können den Mitarbeiter mit optischen Systemen bei seinen Tätigkeiten unterstützen. Unsere Bildverarbeitungssysteme haben einen Algorithmus dahinter, welcher immer angewendet werden kann, egal wie viele Stunden am Tag. Müdigkeit, Verwechslungsgefahr oder etwaige Ablenkungen, welche zu Fehlern führen können, fallen dadurch vollständig weg. Merkmale, die man früher ausschließlich nur mit dem menschlichen Auge prüfen konnte, werden jetzt mit Bildverarbeitungsalgorithmen geprüft und sichergestellt.

Smartcam für Qualitätssicherung
ivii Bildverarbeitung zur Qualitätssicherung

Ein weiterer starker Trend im Bereich der Bildverarbeitung ist Deep Learning: Die Anzahl der zu prüfenden Teile wird immer größer, je länger man ein Bildverarbeitungssystem von ivii im Einsatz hat. Nach einer gewissen Zeit ist es zu aufwendig, die Teile manuell einzulernen. Hier kommt Deep Learning ins Spiel: Das Bildverarbeitungssystem lernt anhand von Erfahrungswerten, zum Beispiel von Fotos der eingelernten Teile, und weiß wohin das neue Teil zugeordnet werden soll.

Der ivii.smartdesk ist ein Arbeitsplatz zur Qualitätssicherung. Er ist bei unserem Kunden Pankl seit 2016 erfolgreich im Einsatz. Alle weiteren Infos zur Smart Production bei Pankl lesen Sie hier.